Exkursion des Geographie-Leistungskurses nach Garmisch-Partenkirchen
Exkursion des Geographie-Leistungskurses nach Garmisch-Partenkirchen

Von Dienstag bis Donnerstag verbrachte der Geographie-Leistungskurs der 12. Jahrgangsstufe drei spannende und lehrreiche Tage in Garmisch-Partenkirchen. Ziel der Exkursion war es, geographische Inhalte aus dem Unterricht direkt vor Ort zu erleben und theoretisches Wissen mit praktischen Eindrücken zu verknüpfen.
Schon die Anreise verlief problemlos. Entgegen aller Erwartungen waren alle Züge der Deutschen Bahn pünktlich, sodass wir Garmisch-Partenkirchen mit kaum einer Verzögerung erreichten.
Nach unserer Ankunft trafen wir uns in der Skischule von Ela Wölfle. Diese arbeitet in den Wintermonaten als Skilehrerin und in den Sommermonaten als Rangerin in Garmisch- Patenkirchen. Sie gab uns eine Stadtführung durch Partenkirchen, wodurch wir viel über die Geschichte des Ortes und lernten, dass Garmisch und Partenkirchen ursprünglich zwei eigenständige Gemeinden waren, die trotz ihrer Zusammenlegung bis heute ihre eigene Identität bewahrt haben. Außerdem erklärte sie uns die wichtige Arbeit der Bergwacht, deren Mitglieder ihren Dienst vollständig ehrenamtlich leisten. Die Zahl der Einsätze ist in den vergangenen Jahren gestiegen, unter anderem weil immer mehr Menschen die Anforderungen einer Bergtour unterschätzen und die Zugspitze ohne ausreichende Vorbereitung oder Bergerfahrung besteigen.
Anschließend bezogen wir unsere Unterkunft, ein Seminarhaus in Grainau. Dort wurden wir vom Bildungsreferenten Martin Schneider empfangen, der uns nach dem Abendessen eine geographische Einführung in die Region gab. So erhielten wir einen Überblick über die landschaftlichen und geologischen Besonderheiten des Wettersteingebirges und waren bestens auf die kommenden Exkursionstage vorbereitet.
Der Abend endete jedoch nicht mit diesem Vortrag. Gemeinsam machten wir uns noch auf den Weg zum Minigolfspielen, wo sich Johannes – durch geschicktes Interpretieren der Regeln – den Sieg voller Stolz sichern konnte.
Am zweiten Tag ging es mit der Zahnradbahn hinauf zum SonnAlpin und anschließend weiter zum Schneefernerhaus. Bereits während der Fahrt ließen sich die verschiedenen Höhenstufen der Alpen besonders gut erkennen. Im Schneefernerhaus führte uns Geographin Laura Schmidt durch die ehemalige Hotelanlage, die heute als Umweltforschungsstation genutzt wird. Sie erklärte die Geschichte des Hauses und stellte verschiedene wissenschaftliche Projekte vor. Dort betreiben unter anderem zahlreiche Universitäten Forschung in den Bereichen Klima, Umwelt und Atmosphäre. Bereits beim Treppensteigen wurde deutlich, wie sehr die dünnere Höhenluft den Körper fordert.
Besonders eindrucksvoll war außerdem der Blick auf den Zugspitzgletscher. Vor Ort wurde sichtbar, wie stark der Gletscher in den vergangenen Jahrzehnten geschrumpft ist. Die Auswirkungen des Klimawandels, die im Unterricht häufig thematisiert werden, konnten wir hier mit eigenen Augen erkennen.
Nach dem Mittagessen im Sonnalpin fuhren wir mit der Seilbahn auf den Gipfel der Zugspitze und genossen die beeindruckende Aussicht über die Alpen. Anschließend ging es mit der Gondel hinunter zum Eibsee. Dort erklärte uns Martin Schneider anhand eines Reliefmodells die Entstehung der Partnachklamm sowie den Verlauf der Partnach. Danach blieb noch Zeit, den Eibsee zu erkunden. Trotz des kühlen und windigen Wetters wagten sich einige aus unserem Kurs sogar ins Wasser. Da nur wenige Besucher unterwegs waren, konnten wir die besondere Atmosphäre am See in aller Ruhe genießen. Anschließend wanderten wir zurück zu unserer Unterkunft nach Grainau und ließen den Abend bei einem gemeinsamen Spaziergang ausklingen.
Am Donnerstag führte uns Ela zunächst zum Olympiastadion in Garmisch-Partenkirchen, bevor wir gemeinsam zur Partnachklamm aufbrachen. Dort konnten wir besonders gut erkennen, wie sich die Partnach über viele Tausend Jahre immer tiefer in das Gestein eingeschnitten und so die Klamm geformt hat. Deutlich sichtbar waren auch die unterschiedlichen Gesteinsschichten. Der widerstandsfähigere Muschelkalk und die weicheren Mergelschichten, deren unterschiedliche Verwitterung das heutige Erscheinungsbild der Klamm entscheidend geprägt hat.
Wenn wir nicht gerade damit beschäftigt waren, Bene zu suchen, der während jeder freien Minute auf mysteriöse Weise verschwand, nutzten wir die Zeit, um die beeindruckende Natur der Region zu genießen und viele neue Eindrücke zu sammeln.
Zum Abschluss der Exkursion wanderten wir zu einem familiengeführten Berggasthof, wo wir gemeinsam Kaiserschmarrn aßen. Anschließend ging es zurück nach Partenkirchen und schließlich – erneut mit kaum einer Verzögerung – mit der Deutschen Bahn nach Hause.
Die Exkursion bot uns die Möglichkeit, zahlreiche Unterrichtsinhalte direkt in der Praxis nachzuvollziehen. Ob Gletscherrückgang, Höhenstufen, Reliefbildung oder die Entstehung einer Klamm – viele geographische Prozesse konnten wir nicht nur theoretisch besprechen, sondern unmittelbar vor Ort beobachten. Gleichzeitig kam auch das Miteinander nicht zu kurz. Durch die gemeinsamen Erlebnisse, die vielen Gespräche und den einen oder anderen lustigen Moment sind wir als Kurs noch enger zusammengewachsen. So bleibt die Fahrt nicht nur als lehrreiche Exkursion, sondern auch als unvergessliche gemeinsame Zeit in Erinnerung.
Lena Schindler










