Studiengenossenfest 2026
Fünf Jubiläen ergeben ein großes Fest
Studiengenossenfest der Benediktinerabtei und des St.-Michaels-Gymnasium Metten war ein voller Erfolg – Weit über 1000 Besucher
Metten. Ein imposantes Bild bot sich dieser Tage im Innenhof der Mettener Klosteranlage. Wenn Alt und Jung vom St.-Michaels-Gymnasium Metten feiert, dann kommen viele Leute aus allen Himmelsrichtungen und jeden Alters zusammen. Zum traditionellen Studiengenossenfest, welches nur alle 25 Jahre stattfindet oder im Ausnahmefall bei besonderen Anlässen gelegentlich auch früher, versammelten sich über 1000 ehemalige Abiturientinnen und Abiturienten, die sogenannten Altmettener und die Jungmettener der aktuellen Schulfamilie an historischer Stätte. Den Auftakt des Studiengenossenfestes bildete ein Festgottesdienst unter freiem Himmel im herrlichen Innenhof der barocken Klosteranlage. Abt Athanasius Berggold OSB stand der liturgischen Feier vor. Ihm zur Seite standen als Konzelebranten die Mettener Mönche P. Altmann Achatz OSB, P. Markus Haering OSB, P. Erhard Hinrainer OSB, P. Norbert Pfeiffer OSB, P. Gregor Schuller OSB, P. Thomas Winter OSB sowie Monsignore BGR Alfons Eiber (Altmettener), Pfarrer Thomas Kratzer (Altmettener) und Pfarrer Josef Leyer aus Westfalen am Altar. Zusammen mit den Priestern und dem liturgischen Dienst zog auch Diakon i.R. Karl-Heinz Seiler zum Altar im Innenhof. Ihm oblag die Verkündigung des Evangeliums. Die Lesungen trugen ein Altmettener und ein Jungmettener vor. Auch die Fürbitten wurden von Schülern vorgetragen. Ausgehend vom Studiengenossenfest, welches in diesem Jahr insgesamt fünf Jubiläen vereinte, griff Abt Athanasius in seiner Predigt die Zeitspanne auf, die zwischen heute und dem ersten Studiengenossenfest vor 150 Jahren lag. Seinerzeit überreichten die Altmettener dem damaligen Abt Utto Lang den sogenannten Michaelsstab. Diesen trug Abt Athanasius heuer ebenfalls in Händen. Neben der Zeitspanne von 150 Jahren seit dem ersten Studiengenossenfest im Jahr 1876 feierte man 175 Jahre Abitur in Metten. Der erste Abiturjahrgang wurde 1851 aus der Schule entlassen. Weiter erinnerte man daran, dass zwischenzeitlich seit 725 Jahren nachweislich Unterricht an der Benediktinerabtei Metten erteilt wurde. Die erste erhaltene schriftliche Erwähnung über Bildungstätigkeit hinter Mettener Klostermauern stammt nämlich aus dem Jahr 1301. Schließlich dankte man für 80 Jahre Wiedereröffnung des St.-Michaels-Gymnasium nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges im Jahr 1946. Und weiter reiht sich noch ein besonderes Jubiläum in die Riege ein: 100 Jahre „Alt und Jung Metten“. Die Hauszeitschrift des Klosters, welche zweimal jährlich erscheint, und aus Kloster, Schulbetrieb und dem öffentlichen Leben aus Metten und Umgebung erzählt, erschien erstmals vor 100 Jahren und mittlerweile im 92. Jahrgang. 1926 hatte man die erste Ausgabe im Nachgang zum damaligen Studiengenossenfest herausgegeben. Abt Athanasius zitierte in seiner Predigt aus der ersten Ausgabe, von denen sich noch ein Restbestand bis heute erhalten hat, zur Mitnahme auflag und von so manchem Altmettener gerne nochmals zur Hand genommen wurde. Abt Athanasius stellte mit Blick auf die große Zahl der Gäste und der „gesunden Mischung aus allen Generationen“ zufrieden fest, dass man „eine gute Verbindung aus Alt und Jung, aus Geschichte und Gegenwart und schließlich aus einem großen Miteinander über die Altersgrenzen hinweg spüren kann. Und das lässt uns hoffnungsvoll in die Zukunft blicken“, so der Benediktinerabt. Die festliche Messfeier unter weiß-blauem Himmel wurde von der Schülerblaskapelle Kalliope und einer Schola aus der aktuellen Schulfamilie mit festlichem Liedgut mitgestaltet. Die Leitung für Musik und Gesang lag in den Händen von Christoph Liebl. Nach dem festlichen Gottesdienst oblag es Schulleiter Sebastian Liebl die Gäste zu begrüßen und auf humorvolle Weise den Programmverlauf des Festtages bekanntzugeben. Ab dem Absolvia-Jahrgang 1953 herauf waren bis zum letzten Jahrgang von jedem Jahr ehemalige Abiturientinnen und Abiturienten der Einladung nach Metten gefolgt. Ältester Absolvent war Peter Rüth von der Absolvia 1953. Auch ehemalige Lehrkräfte fanden den Weg an ihre frühere Wirkungsstätte und entsprechend groß war die Freude über das Wiedersehen. Das Wetter passte perfekt und den ganzen Tag über war das Klosterareal gefüllt von Besuchern jeden Alters. Die Mettener Version des Gaudeamus erfüllte den Schluss des Festakts im Klosterhof und alle stimmten mit ein. Gudrun Rauch, stellvertretende Schulleiterin, hatte zum Fest eigens eine neue vierte Strophe konzipiert. Der weitere Festverlauf gestaltete sich den Tag verteilt sehr abwechslungsreich. Ab den Mittagsstunden war die zur Festhalle umfunktionierte Benediktussporthalle für den Festbetrieb geöffnet. Die Klosterküche versorgte in Kooperation mit dem Landhotel Winterl die Gäste mit herzhaften Schmankerln. Zudem war ein reichhaltiges Kuchenbuffet gerichtet. Die Getränke kamen aus dem Deggendorfer Brauhaus. Robert Vitti, der Inhaber der neuen Deggendorfer Brauerei, stand zusammen mit seinem Sohn Raphael am Ausschank. Die gesamte Schulfamilie war eingebunden. So halfen Schülerinnen und Schüler aus den verschiedenen Jahrgangsstufen beim Ausschank, im Küchenbetrieb, am Kaffeestand aber auch beim Verkaufsstand mit allerhand Sach‘ aus Kloster und Gymnasium. Neu präsentiert wurden ein eigens kreierter Wein mit dem Namen „Mettens leichte Priorität“ aus der Wachau und ein neues Mettener Andenken-Haferl. Den Tag über sorgten die Schülerblaskapelle Kalliope sowie der Chor und das Streichorchester an verschiedenen Orten auf dem Klostergelände für so manchen Hörgenuss. Über den Nachmittag verteilt gab es durch Pater Markus für alle Interessierte Führungen durch die Barockbibliothek des Klosters. Mehrere Lehrkräfte hatten zusammen mit Schülerinnen und Schülern im Schulgebäude aber auch auf dem Klostergelände verteilt verschiedene Stationen aufgebaut und so Einblick in den heutigen Schulalltag gewährt, vom Lateinunterricht für Jung und Alt über eine Physik-Vorführung und den Einblick in den Chemie-Unterricht. Letzterer Einblick war dann doch etwas zu intensiv und sorgte für eine Fehlalarmierung der Feuerwehr. Sicher dachte sich mancher Besucher, dass der Fehlalarm zum Programm gehörte und man nahm es mit etwas Humor. Viele Stationen, auch im Freien, hatten ein abwechslungsreiches Programm parat und so verging der Festtag wie im Flug. Auch eine Ausstellung, die von längst vergangenen Tagen an Schule und Internat erzählte, war erstellt worden. Auch gab es ein „M-ingo“, an dem man teilnehmen konnte. Abt Athanasius durfte hierbei die Lose ziehen. Am frühen Abend trafen sich die Mettener Mönche mit einer stattlichen Teilnehmerzahl zur gesungenen Vesper in der Stiftskirche. Nach dem Abendessen und dem gemütlichen Ausklang in der Festhalle bot das Totengedenken am Mönchsfriedhof den Schlusspunkt des festlichen Tages. Abt Athanasius sprach Gebete, die von Schülern der fünften Jahrgangsstufe formuliert wurden und erinnerte an die verstorbenen Lehrkräfte, Schüler und Mönche von Metten. Eine Formation der Kalliope unter Leitung von Christoph Liebl sowie Musiklehrerin Alexandra Kaeufl an der Violine wirkten mit getragener Musik am Totengedenken mit. Die Mönche der Abtei Metten haben zusammen mit der Schulfamilie, den Lehrkräften und den Mitarbeitern der klösterlichen Betriebe, unterstützt von souveränen Kooperationspartnern, ein stimmungsvolles und unvergessliches Fest auf die Beine gestellt mit einem ansprechenden Programm buchstäblich für „Jung und Alt Metten“. Noch lange werden die Eindrücke, die Gespräche, die freudigen Momente des Wiedersehens und die frohe Stimmung in Erinnerung bleiben. Ein Ansporn für die Verantwortlichen, an der Tradition des Studiengenossenfestes auch weiterhin festzuhalten.








