Jahresempfang Markt und Kloster Metten

Christian Holmer • 18. September 2026

Neuauflage des traditionellen Jahresempfangs von Markt und Kloster – Staatsminister Bernreiter war Festredner

Die kommunale Familie des Landkreises stand im Mittelpunkt

Metten. „Es ist gute und lange Tradition“, hob Abt Athanasius Berggold OSB in seiner Begrüßung an, als er die geladenen Gäste zum diesjährigen Jahresempfang von Marktgemeinde und Benediktinerabtei Metten im ehemaligen Sudhaus des Klosters begrüßte. Über viele Jahre schon ist der traditionelle Jahresempfang ein festes Bindeglied zwischen Kommune und Kloster im Miteinander mit den verschiedenen Bereichen der Gesellschaft, vor allem auch der Vereine und Firmen im Bereich der Marktgemeinde Metten sowie der Schulen und den Institutionen des öffentlichen Lebens. In diesem Jahr erfuhr der Jahresempfang eine Neuauflage. Von Seiten der Verantwortlichen hat man in diesem Jahr den Schwerpunkt auf die kommunale Familie im Landkreis Deggendorf gelegt. So waren angesichts der diesjährigen Kommunalwahl und dem damit verbundenen Generationenwechsel alle ehemaligen und neuen Bürgermeisterinnen und Bürgermeister, alle ausgeschiedenen, neu- und wiedergewählten Mandatsträger der Gemeinderäte, Markträte, Stadträte und des Kreistags auf dem Gebiet des Landkreises Deggendorf. Eine stattliche Zahl aktiver und ehemaliger Verantwortungsträger auf den einzelnen kommunalen Ebenen im Landkreis konnte begrüßt werden. „Für uns war es ein Anliegen, bei diesem Jahresempfang mit Blick auf die kommunale Familie unserer Heimat auch einen Festredner zu gewinnen, der aus der Kommunalpolitik kommt, für die Menschen in unserer Heimat mit Herz und Hand gearbeitet und nun Verantwortung in der Landespolitik übernimmt.“ Mit dieser Überleitung begrüßte Abt Athanasius den ehemaligen Deggendorfer Landrat und jetzigen bayerischen Staatsminister für Wohnen, Bau und Verkehr, Christian Bernreiter als Festredner. Bürgermeister Andreas Moser ging in seinem Grußwort auf das Thema des Abends ein. Er blickte ausgehend von seiner kommunalpolitischen Erfahrung auf die Vielfalt und die Bandbreite an Aufgaben, welche kommunalpolitisches Engagement mit sich bringen. Ein Satz, der gewissermaßen als Türöffner auf der Straße für alle kommunalen Themen gilt, hat sich bei Moser eingeprägt: „Weil i di grod sehg!“ Oft und immer wieder sind es gerade die Gespräche auf der Straße, bei Veranstaltungen oder Terminen, bei denen Bürgerinnen und Bürger ihr Anliegen schildern. „Wir müssen für unsere Menschen ein offenes Ohr haben“, so Moser. Und „ja, wir sind in der Kommunalpolitik nur unserem Gewissen verantwortlich, Fraktionszwang hat hier nichts zu suchen“, so der Mettener Rathauschef. Sein Grußwort fand viel Beifall und unterstrich die Bedeutung des kommunalen Ehrenamts. Höhepunkt des Jahresempfangs war die Festrede von Staatsminister Christian Bernreiter. Er war gebeten worden aus seiner Sicht die aktuelle politische Lage im Land einzuordnen und auch zu regionalen Themen Stellung zu beziehen. Dieser Bitte war Bernreiter gern nachgekommen. So referierte er auch über den aktuellen Baustellenbetrieb auf den Autobahnen im Landkreis, ging auf die größeren Baustellen auf dem Schienennetz in Niederbayern ein und hob die anstehenden Baumaßnahmen im Bereich der bayerischen Infrastruktur heraus. Mit Blick auf Metten lobte er die Maßnahmen im Rahmen der Städtebauförderung und beleuchtete auch das laufende Verfahren zur Ansiedlung eines Standorts der Technischen Hochschule Deggendorf in einem Gebäudetrakt der Benediktinerabtei. „Der Hochschulstandort Metten kommt“, so Bernreiter. Aktuell laufen im Rahmen der Vorplanung verschiedene Untersuchungen. Man will in den kommenden Monaten mit den nächsten Planungsschritten beginnen und hofft, im Jahr 2031 den Hochschulbetrieb aufzunehmen. Kernthema des Vortrags von Minister Bernreiter war jedoch der Blick auf seine kommunalpolitischen Wurzeln. Der ehemalige Landrat blickte auf seine Zeit als Mitglied im Marktrat der Marktgemeinde Hengersberg, sein politisches Engagement in der Jungen Union und im CSU-Kreisverband Deggendorf. Schließlich, nach der Ära vom langjährigen Deggendorfer Landrat Dr. Georg Karl, an den er besonders erinnerte, durfte er die Nachfolge als Landrat von Deggendorf antreten. Für Bernreiter waren die 20 Amtsjahre als Landrat von Deggendorf eine schöne Zeit. „Das möchte ich nicht missen“, so der Minister im Blick auf die Vielseitigkeit dieses kommunalen Wahlamtes. „Freilich“, so Bernreiter weiter, „ist der Beruf auch fordernd.“ Hierbei blickte er auf Katastrophenfälle oder die Situation der Kliniken. Insgesamt war der Festvortrag eine Bestärkung aller ehrenamtlich Engagierten im Bereich der Kommunalpolitik. „Wir brauchen Frauen und Männer in den kommunalen Gremien, die mit Herz und Verstand die Sachthemen vor Ort angehen und lösungsorientiert zum Wohle der Bevölkerung handeln“, so Bernreiter. Am Ende der festlichen Stunde oblag es Bürgermeister Andreas Moser und Abt Athanasius Dank zu sagen. Hierbei wurde auch der Formation der Schülerblaskapelle „Kalliope“ vom St.-Michaels-Gymnasium Metten unter Leitung von Christoph Liebl gedankt. Das Ensemble begleitete den Jahresempfang mit dem „Jungbläsermarsch“, dem Klassiker „Mein Heimatland“, dem „Bozner Bergsteigermarsch“ und schließlich am Ende mit der Bayernhymne. Den Ausklang des Abends bildete ein Stehimbiss im Foyer mit erfrischenden Getränken und herzhaften kleinen Speisen. Zum Ausschank gelangte er auch der neue Mettener Klosterwein aus der Wachau, der auch an der Klosterpforte und in der Klostergärtnerei Metten erhältlich ist.

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